Die Vorteile einer Wassergeburt

Wer eine natürliche Geburt anstrebt, hat manchmal auch den Wunsch einen Teil der Geburt oder die gesamte Geburt als Wassergeburt zu erleben. Doch je nach Geburtsort können die Optionen unterschiedlich aussehen. Wir sehen immer mehr Bilder und Videos von Wassergeburten und wir wissen, dass immer mehr Geburtseinrichtungen die Geburt im Wasser anbieten – hier ein Überblick der Wassergeburt, die Vor- und Nachteile einer Wassergeburt sowie ein paar Sachen, die du wissen musst, wenn du eine Wassergeburt planst.

Immer mehr Geburtsorte bieten die Möglichkeit einer Wassergeburt an, sofern die Schwangerschaft keine Risiken oder Komplikationen hat. Warum? Weil Wassergeburten absolut sicher sind. Sie sind auch unter Einhaltung aller Hygienestandards kein Problem, es bestehen keine Risiken und keine höhere Infektionsgefahr für Kind oder Mutter.

Wir sehen immer mehr, welche Vorteile Wassergeburten haben können:

Vorteile einer Wassergeburt

1. weniger Schmerzmittel

Die Vorteile einer Wassergeburt sind vielfältig und doch ist dieser vielleicht am wichigsten. Eine Wassergeburt verringert oft die Notwendigkeit eines Schmerzmittels oder einer PDA bei der Geburt. Wenn Mama die ‘Spitze’ einer Wehe mit Wasser anstatt starken Medikamenten nehmen kann, ist das sicherlich eine tolle Sache.

2. eine kürzere Geburt

Weil das warme Wasser auch hormonelle Veränderungen (und somit Veränderungen bei der Gebärmutter) bewirkt, lohnt es sich eine Zeit in der Geburtswanne zu verbringen. Im warmen Wasser sein ist ein gängiges alternatives Schmerzmittel. Wehen die ‘an Land’ doch sehr spürbar waren, werden im Wasser manchmal als viel schwächer empfunden.

Aber! Das warme Wasser kann auch die Wehen intensiver werden lassen – somit öffnet sich der Muttermund oftmals relativ zügig, sofern es nichts gibt was die Mama irgendwie stört. Remember: Intensive Wehen bedeuten eine schnellere Geburt!

Wassergeburten ermöglichen also in der Regel eine kürzere Geburtsdauer. Das warme Wasser lässt das wichtige Hormon Oxytocin steigen. Die Mama fühlt sich im warmen Wasser wohl und somit kann sich auch die Geburt schneller und einfacher entfalten. Ein absoluter Vorteil bei fast allen Geburten!

3. weniger Geburtsverletzungen

Ein weiterer Vorteile einer Wassergeburt betrifft die Mutter. Es hat sich auch gezeigt, dass warmes Wasser Geburtsverletzungen und Dammrisse reduzieren kann, da das Gewebe vom warmen Wasser vorgewärmt wird. Das Gewebe im Dammbereich ist eher dehnbar und somit geschieht das Gebären des Köpfleins besser.

4. Raum für sich haben

Für manche Mamas bedeutet eine Wassergeburt automatisch mehr Selbstbestimmung und Kontrolle während der Geburt. Sie ist nicht nur physisch eher entfernt vom medizinischen Team, und hat ihren eigenen Raum, sondern kann sich (dadurch) auch mental etwas entfernen. Oftmals schaffen es Mütter, im Wasser in einen trance-ähnlichen Zustand zu kommen, was eben auch für die Geburt sehr vorteilhaft ist! Wenn es aussieht wie ein Halbschlaf, ist es der richtige Zustand.

Das waren 4 der wichtigsten Vorteile einer Wassergeburt – schauen wir nun, was du zusätzlich wissen musst, wenn du eine planst.

Die Freude nach einer Wassergeburt

Was du dazu wissen musst wenn du eine Wassergeburt planst

1. Geburtswünsche sind wichtig

Vermerke unbedingt auf deinen Wünschen, dass du eine Wassergeburt haben willst. Verweise auch im Vorgespräch darauf und erinnere sie nochmals daran, wenn die Geburt angefangen hat und du dich bei ihnen anmeldest

Denn – nicht alle Orte haben in jedem Zimmer eine Geburtswanne oder ein Geburtspool! Es läuft dann oft nach dem Prinzip ‘wer zuerst kommt, hat’s’. Wenn du (oder dein*e Partner*in) das nicht klar wünscht, kann es sein dass alle Zimmer mit Wanne belegt sind.

2. Unterstützung durch die Hebamme bleibt gewährleistet

Bei einer Wassergeburt kann die Hebamme trotzdem wunderbar dir und deinem Baby schauen. Im Wasser sind sowohl vaginale Untersuchungen (sofern notwendig) wie auch Herztonkontrollen möglich! Deine Hebamme oder dein Partner/deine Partnerin kann dich auch wunderbar halten, dir Sachen reichen oder für dich da sein, auch wenn du im Wasser bist. An manchen Orten darf sogar der Partner oder die Partnerin mit in die Wanne steigen – bei Hausgeburten sowieso! Immer mehr Fachpersonen wissen, welche Vorteile eine Wassergeburt haben kann und werden diesen Wunsch so gut sie können für die Mutter umsetzen. Dazu gehört es eventuell auch, die Wanne mehrmals neu zu füllen oder warmes Wasser nachzulassen. Alles ist ok, und du als Mama darfst bestimmen!

3. grosse Unterschiede unter Kliniken und Geburtsorten

Nicht alle Kliniken/Spitäler sind gleich! In manchen Geburtsabteilungen lässt man die Herztonkontrolle ab ca. 8cm Muttermundöffnung durchgehend dran. Informiere dich daher, wie es in deinem Geburtsort aussieht und frag nach, wenn was für dich nicht stimmig ist.

In Geburtshäusern ist es oftmals ganz anders, bei einer einfachen vaginalen Geburt muss oft keine durchgehende Kontrolle sein. Auch hier lohnt es sich aber, deine Fragen zu stellen und die Räumlichkeiten zu besuchen.

Bei einer Hausgeburt ist es sowieso eine ganz andere Story, hier bestimmst du mit deiner Hebamme wie es aussehen könnte. Hier ist bsp auch denkbar, dass du deine eigene Badewanne (wenn vorhanden) oder die Dusche benutzt. Beide haben einen ähnlichen Effekt – die Vorteile einer Wassergeburt sind nicht dank einer ‘chicen’ Wanne sondern sind dem Effekt des Wassers auf der Haut zu verdanken.

4. Nichts ist in Stein gemeiselt – eine Wassergeburt ist eine Option

Nur weil du eine Wassergeburt startest, heisst nicht, dass du nachher auch im Wasser bleiben musst! Du kannst natürlich auch wieder “an Land” ziehen oder sogar hin und her wechseln – was dein Bauchgefühl halt sagt.

5. Wer eine Hausgeburt plant, kann Geburtspools mieten oder kaufen

Wenn du eine Hausgeburtshebamme hast kann es sein, dass sie bereits eine eigene Wanne hat, die du ausleihen kannst. Wenn nicht, könnte es sich lohnen einen Pool zu kaufen. Wir empfehlen diese Marke, die Europaweit verkauft.

Wann kann ich nicht ins Wasser? Wann eine Wassergeburt nicht möglich ist

Es gibt natürlich gewisse Risikofaktoren, und dann wird oft von einer Wassergeburt abgeraten. Beispiele dafür sind (diese Liste ist nicht abschliessend!):

  • bei Schwangerschaften mit Komplikationen raten Ärzte und Hebammen oft von einer Wassergeburt ab. Wenn du hier nicht einverstanden bist, lohnt es sich das Gespräch mit den zuständigen Fachpersonen nochmals zu suchen.
  • Babys die sich in Steisslage (Beckenendlage) befinden, können in Kliniken nicht im Wasser geboren werden – die Hebammen und allenfalls Ärzte sehen nicht gut genug hin, was eine wichtige Voraussetzungen einer vaginalen Geburt aus Beckenendlage ist
  • Nach einer PDA hattest (Periduralanästhesie), da du das Wasser nicht selbstständig verlassen kannst
  • wenn du während der Geburt noch andere Schmerzmittel hattest, bsp. Lachgas wird oft davon abgeraten
  • bei Zwillingsgeburten und Mehrlingsgeburten
  • bei Frühgeburten (nicht vor der 37. Schwangerschaftswoche)
  • wenn die Herztöne über längerer Zeit nicht ideal sind

Fazit

Wie du siehst, haben Wassergeburten durchaus super viele Vorteile und sind ein wichtiges Werkzeug für Entspannung, sowohl während der Latenzphase einer Geburt als auch der Geburtsphase. Babies, die im Wasser zur Welt kommen, sind in vielen Fällen auch weniger gestresst. Stelle dir vor, wie der Übergang zur Welt aus dem warmen Fruchtwasser, durch den Geburtskanal in das warme Wasser und dann erst in die Luft für ein Baby sein könnte – vermutlich etwas sanfter als eine vaginale Geburt.

Fachexperten glauben auch, dass ein Baby grundsätzlich etwas besser ‘mitarbeitet’ bei einer Wassergeburt, als bei einer Geburt die bsp. auf einem Bett erfolgt. Dies hat zum einen mit der Geburtsposition zu tun, aber zum anderen mit der Schwerelosigkeit. Mit der Schwerelosigkeit kann ein Baby die notwendige Drehbewegung aus der Vagina heraus selbstständig durchführen und ist somit ein*e aktiverer*e Teilnehmer*in der Geburt.

Einige Hebammen und Kinderärzten behaupten auch, dass Wassergeburt-Babys gesünder sind. Laut einigen Beobachtungen verlieren Wassergeburt-Babys in den ersten paar Wochen weniger an Gewicht, wachsen schneller, entwickeln sich gut und wirken gelassener. Ob dies mit dem Wasser zusammenhängt oder mit dem Bonding, das nach einer Wassergeburt oftmals problemlos und ungestört passieren kann, ist die Frage.

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